Ist der E-Sport durch Streit um Streaming-Rechte gefährdet?

Es gibt derzeit eine heikle Situation im E-Sport, die zu unglücklichen Fans und Streit zwischen zwei Größen der Branche – ESL und Valve – geführt hat. Als wäre das nicht genug, wirft der Streit auch noch Fragen darüber auf, was er für die Zukuft von großen Spielen wie Dota2 und sogar der E-Sport-Branche bedeuten könnte.

Hier die Situation (Wir haben uns bemüht, sie für euch so übersichtlich wie möglich zusammenzufassen):

Vom 23. bis 28. Januar fand das Turnier ESL One Genting 2018 statt. Es handelte sich um ein größeres Event mit einem Preisgeld von $400.000 und war eines, das sich viele Dota2-Fans gerne ansehen wollten.

Fans fühlen sich benachteiligt

Das Problem entstand, als ESL bekanntgab, dass das Turnier ausschließlich auf Facebook gestreamt werden sollte. Zuallererst fühlten sich die Fans benachteiligt. Sie hatten Angst vor schlechter Qualität und Abbrüchen der Verbindung des Streams. Es schien während des Streams auch tatsächlich Probleme mit der Qualität und dem Zugriff darauf zu geben. Aber E-Sport-Fans sind bekannt dafür, die Dinge gerne selbst in die Hand zu nehmen.

Es ist also kaum überraschend, dass einige Streams auf Twitch auftauchten, die eine Menge Zuschauer anzogen. Was sie wahrscheinlich nicht erwartet hätten, ist dass ESL sofort mit einem Schreiben wegen Urheberrechtsverletzung reagierte, das sie an alle Twitch-User, die den Stream auf ihrem Kanal gezeigt hatten, schickten. Die Twitch-Nutzer wurden daraufhin vom Streamen gesperrt.

Valve mischt sich ein und hat das letzte Wort?

Nun mischte sich Valve in das Geschehen ein und hatte ein paar deutliche Worte für ESL übrig:

“Niemand außer Valve darf DMCA-Mitteilungen [das sind US-amerikanische Mitteilungen von Urheberrechtsverletzung] wegen Spielen, die außerhalb von DotaTV gestreamt werden, verschicken, wenn der Stream keine einzigartigen Inhalte vom Streamer selbst enthält (wie Kamerabewegungen, Stimme, etc.)”, schrieb Valve am 25. Januar auf dem Dota2-Blog.

Die rechtliche Situation ist nicht einfach und lässt einige Fragen offen. Die Situation wird dadurch verkompliziert, dass die Twitch-Streamer den Stream auf DotaTV angesehen und ihn dort gestreamt haben. Einigen Meinungen zufolge hat Valve das alleinige Recht zu allen DotaTV-Inhalten und ESL besitzt in dieser Situation kein Urheberrecht.

Was das alles für den E-Sport bedeutet

Soviel zur rechtlichen Situation, die noch um vieles komplizierter ist als sie hier aufgeführt werden könnte. Was bedeutet das alles für den E-Sport selber? Wenn Unternehmen wie Valve wirklich das alleinige Recht zu den Streams ihrer Spiele besitzen, haben dann Außenstehende überhaupt die Möglichkeit, in Streams, Tuniere und Partnerschaften, wie die mit Facebook, zu investieren, so dass es sich für sie lohnt? Der E-Sport befindet sich im Jahr 2018 immer noch im Wachstum. Es heißt sogar, die Esports Branche soll seine Zuschauerzahlen in den nächsten 5 Jahren verdoppeln, aber das ist natürlich nur möglich, wenn sie die Möglichkeit hat, so weiterzuwachsen wie sie es bisher getan hat.

ESL verliert durch Twitch-User viel Geld

ESL hat durch die beschriebenen Streams auf Twitch viel Geld verloren. Die Website PCGamesN schreibt sogar, dass die Zuschauerzahlen auf den Twitchkanälen zeitweise sogar das zehnfache der Zuschauer betrugen, die sich die Veranstaltung auf Facebook angesehen haben. Das macht es schwierig für Drittanbieter, von solchen Streams zu profitieren. Streams und Veranstaltungen dieser Drittanbieter führen zum Wachstum des Sports und treiben die Beliebtheit von Spielen wie Dota2 voran. Ist das aber nicht mehr möglich, könnte das den Wachstum der gesamten Branche einschränken.

Promptly

Promptly hat Craftube.de zusammen mit TZimon ins Leben gerufen. Neben der Vermarktung kümmert er sich ebenfalls um die Suchmaschinen Optimierung sowie neuen Content. Zudem war er 1 Jahr lang Administrator von RewisServer.

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